Besondere Unterrichtskonzepte

Neben der Berücksichtigung der individuellen Förderpläne und der Binnendifferenzierung, findet den Klassen eine äußere Differenzierung in Deutsch und Mathematik statt. Einige Klassen führen eine äußere Differenzierung in Englisch durch.

Auch die Möglichkeit der verschreibungspflichtigen Sprachtherapie durch externes Fachpersonal im Schulgebäude besteht weiterhin.

 

Ein Hauptanliegen in der Oberstufe ist natürlich die Berufsvorbereitung. Befragungen von Unternehmen kommen immer wieder zu dem Ergebnis, dass die Integration von Schülern und Schülerinnen mit Förderbedarf neben dem hohen Mangel an elementarem Grundwissen auch durch den Mangel an Schlüsselqualifikationen erschwert wird ( vgl. Kasner/Perret/Schmitt 2000,S. 4). Da sich die fachliche Anforderung immer schneller verändert und erweitert, wird eine Förderung der (stabilen) sozialen und personalen Schlüsselqualifikationen immer wichtiger. „Die Aneignung solcher Kompetenzen kann bei vorliegender Behinderung oder Beeinträchtigung sogar besonders bedeutsam sein, denn es handelt sich um eine Gruppe mit besonderen Erschwernissen des Lernens und der Entwicklung, für die solche Kompetenzen hilfreich sein könnten, um bestimmte Benachteiligungen auszugleichen: Im Sinne einer Gegenwirkung oder einer Kompensation (Stein 2000).

Auf Basis dieser Erkenntnisse werden neben fachlichen Kompetenzen verstärkt Sozial- und Selbstkompetenzen, sog. Schlüsselqualifikationen, trainiert. Das geschieht zum einen in allen Bereichen der Arbeitslehre, im Sport und allen anderen Unterrichtsfächern, je nach Möglichkeiten.

Aufgeschlüsselte Kompetenzbereiche:

Fachliche Kompe-tenzen Persönliche Kompetenzen Soziale Kompetenzen

Grundlegende Beherr-schung der deutschen Sprache Zuverlässigkeit Kooperationsbereitschaft/

Teamfähigkeit

Beherrschung einfa-cher Rechentechniken Lern- und Leistungsbereitschaft Höflichkeit- Freundlichkeit

Grundlegende natur-wissenschaftliche Kenntnisse Ausdauer/Durchhaltevermögen/Belastbarkeit Konfliktfähigkeit

Grundkenntnisse in Englisch Sorgfalt/ Gewissenhaftigkeit Toleranz

Grundkenntnisse im IT- Bereich Konzentrationsfähigkeit

Kenntnisse und Ver-ständnis über die Grundlagen unserer Kultur Selbständigkeit

Fähigkeit zu Kritik und Selbstkritik

Kasner,B./Perret,M/Schmitt,K. (2000): Lebens- und Berufsvorbereitung durch die Schule. Pädagogische Be-standsaufnahme und Zielsetzung. In: Lernen fördern (1/00) S.4-5

Stein,R. (2000): „Schlüsselqualifikationen"- ihre Bedeutung für die Berufshinführung bei Behinderungen und Beeinträchtigungen. In: Zeitschrift für Heilpädagogik (11/00) S. 442-452.

„Erwachsen werden" ist ein Programm für Schülerinnen und Schüler der Sekundar-stufe I aller Schulformen zur Förderung der sozialen Kompetenz, der Persönlichkeit und der körperlichen, seelischen und geistigen Gesundheit. Das Programm wird zu den sogenannten multimodalen Lebenskompetenzprogrammen oder auch Life- Skills- Programmen gezählt. „Erwachsen werden" ist das vermutlich bekannteste Life- Skills Programm an deutschen Schulen und wurde von Anfang an kontinuierlich wissenschaftlich begleitet.

Grundlage für die Arbeit mit „Erwachsen werden" ist das Lehrerhandbuch. Die vollständig überarbeitete 3. Auflage liegt seit Frühjahr 2007 vor. Sie enthält neben theoRetuschen und didaktisch-methodischen Ausführungen eine Fülle praxisnaher, variabler und aufeinander aufbauender Unterrichtsvorschläge.

Teil 1 Meine Klasse

Teil 2 Stärkung des Selbstvertrauens

Teil 3 Mit Gefühlen umgehen

Teil 4 Die Beziehungen zu meinen Freunden

Teil 5 Mein Zuhause

Teil 6 Ich entscheide für mich selbst

Teil 7 Ich weiß, was ich will

Teil 8 Anhang E/ Energizer, eine Sammlung kreativer Aktivitäten

Teil 9 Anhang S/ Information zur spezifischen Suchtprävention

Des weiteren enthält das Lehrerhandbuch ein Einführungskapitel mit umfangreichen Informationen zu Lions Quest, Zielen und Methoden von „Erwachsen werden" und lehrerspezifischen Hilfestellungen. Darüber hinaus umfasst das Material ein Schüler-arbeitsheft, Informationen zur Elternarbeit, Elternbriefe und eine Material- CD, die es ermöglicht, Arbeits- und Informationsblätter unkompliziert zu modifizieren.

Ziele:

„Erwachsen werden" fördert die jugendliche Persönlichkeit und ihre sozialen, emotio-nalen und kommunikativen Kompetenzen. Hierzu gehören im Einzelnen...

 die Entwicklung eines angemessenen (d.h. weder zu schwachen noch über-steigerten) Selbstvertrauens und Selbstwertgefühls

 die Ausbildung eines realistischen und an Erfahrungen überprüfbaren Selbst-konzepts

 die Förderung von Sensibilität, differenzierter Wahrnehmung und Einfühlungs-vermögen

 die Fähigkeit, genießen zu können und Freude am Leben zu haben

 die Fähigkeit, Kontakte aufzunehmen und Beziehungen einzugehen

 die Fähigkeit, kritisch zu denken, verantwortliche Entscheidungen zu treffen und eigene Meinungen und Interessen auch zu vertreten

 das Bewusstsein, etwas bewirken zu können und daraus positive Bestätigung zu erfahren

 die eigenen Gefühle und Bedürfnisse wahrzunehmen, aber auch Selbstkon-trolle und Selbstdisziplin üben zu können

 die Bereitschaft sich zu engagieren und soziale Verantwortung zu überneh-men

 die Fähigkeit, Rückschläge und Enttäuschungen anzunehmen und positiv zu verarbeiten

Solche Fähigkeiten und Fertigkeiten können Jugendliche durch Bereitstellung ei-ner geeigneten Lernumgebung und angemessener Inhalte und Methoden erwer-ben und trainieren, um ein möglichst breit gefächertes Handlungsrepertoire für all-tägliche Belastungssituationen (Stress, Wut, Ärger, Verletzung, Frustration, Angst, Gruppendruck, Enttäuschung, Verlust, Trauer, Einsamkeit...) zur Verfü-gung zu haben (aus Erwachsen werden 2007, Informationen S. 18)

Methoden

„Erwachsen werden" knüpft an viele bekannte und Praxis erprobte Methoden aus dem Alltag von Lehrer/innen an und verknüpft diese mit den in der Pubertät im Vor-dergrund stehenden und lebensrelevanten Themen und Lebensbereichen der Ju-gendlichen. Wichtige Methoden sind: Brainstorming, Brainwriting, Energizer, Grup-penarbeit, Imagination, Modelllernen und das Pädagogische Rollenspiel.

In seinem Vorgehen orientiert sich „Erwachsen werden" an bekannten pädagogi-schen Methoden und orientiert sich an den Grundlagen der Humanistischen Päda-gogik.

Fazit

„Aufgrund des reichhaltigen Themen und Methodenangebots für die gesamte Se-kundarstufe I und durch seinen spiralförmigen Aufbau ist „Erwachsen werden" in sich eine runde Sache und gleichzeitig offen für Erweiterung, je nach Profil der Schule." (Hoinkens/Wilms, Persönliche und soziale Stärken entwickeln 2005, S.13)

Hoinkes,M./ Wilms, E. (2005): Persönliche und soziale Stärken entwickeln.

Lebenskompetenzförderung mit dem Lions Quest- Programm „Erwachsen werden". In: Pädagogik (2/05) S.10-13

Dokumentation über die Durchführung des Programms „Erwachsen wer-den" nach der 2. überarbeiteten Auflage aus dem Jahr 2004 und des Konzepts „Erwachsen werden im Beruf" an der Förderschule Lernen, Soldinerstr. 68, 50767 Köln. Zeitraum: 2004- 2009

„Erwachsen werden"

Teil 1: Ich und meine (neue) Gruppe 

Teil 2: Stärkung des Selbstvertrauens Klasse 5/6

Teil 3: Mit Gefühlen umgehen

Teil 4: Die Beziehung zu meinen Freunden 

Klasse 7

Teil 5: Mein Zuhause

Teil 6: Es gibt Versuchungen: 

Entscheide dich!

Klasse 8

Teil 7: Ich weiß, was ich will.

Erwachsen werden im Beruf 

Trainingsbaustein I: Konfliktfähigkeit

Trainingsbaustein II: Kooperations- und Teamfähigkeit Klasse 9

Klasse 10

Trainingsbaustein III: Selbstverantwortung und

Selbststeuerungsfähigkeit

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