Arbeitstechnischer Unterricht

Seit Schuljahrsbeginn 2000/ 2001 war das Modellprojekt „Handwerkerinnen und Handwerker an Schulen für Lernbehinderte" für die Dauer von fünf Jahren auch an die Förderschule Soldiner Strasse angebunden.

Im Rahmen der Qualitätsentwicklung der damaligen Schulen für Lernbehinderte im Bereich Berufsorientierung, -vorbereitung und -findung wurde durch den pädagogisch gezielten Einsatz von Handwerkerinnen und Handwerkern das Ziel einer methodisch-didaktischen Erweiterung ihres Förderangebots verfolgt.

 

An der Schule wurden durch das Handwerkslernen folgende Schülergruppen besonders gefördert:

  • Leistungsstärkere Schüler und Schülerinnen sollen mit Hilfe der Handwerker
  • und Handwerkerinnen einer Berufsausbildung näher gebracht werden.
  • Leistungsschwächere Schüler und Schülerinnen sollen erweiterte Strategien zur Lebensbewältigung durch Arbeit erfahren.
  • Schulaversive Schüler und Schülerinnen sollen neue Motivationsanlässe finden.
  • Schüler und Schülerinnen mit externalisierenden Verhaltensweisen sollen im S(t)imulationsraum Werkstatt Möglichkeiten zur Verhaltensmodifikation erleben.
  • Die Übergänge sind fließend.

Seit Beginn des 2. Halbjahres 2009/ 2010 ist an der Förderschule Soldiner Strasse wieder ein Handwerksmeister für den Fachbereich Holz eingestellt. Der Handwerker bietet Schülern und Schülerinnen ab der Klasse 7 bis zur Klasse 10 je drei bis vier Wochenstunden Unterricht in der Werkstatt an.

Es werden zum einen bestimmte Übungsaufgaben sowie Werkstücke zur eigenen Nutzung hergestellt. Dies dient vor allem zum Kennenlernen der Werkzeuge und deren Benutzung. Der Schwerpunkt des „Handwerkslernen" wird aber bei grössere Projekt und Reparaturen für die Schule in Gruppenarbeit liegen. Eine Idee ist dabei Objekte und Arbeiten zur Sinneserfahrung und physikalischen Phänomenen herzustellen. (Stichwort Hugo Kükelhaus).

Es hat sich gezeigt, dass sich die berufliche Eingliederung von Förderschülern auf dem Arbeitsmarkt schwierig gestaltet und viele der Förderschüler auch durch Projekte vom BVJ und dem Arbeitsamt nicht in den Arbeitsmarkt integriert werden können. Daher geht man zurzeit davon aus, dass eine frühzeitige, handlungs- und praxisorientierte Berufsorientierung und Vorbereitung den Schülern helfen kann, ihre fachlichen und sozialen Fähigkeiten und Fertigkeiten schrittweise herauszubilden, um so ihre Chancen in der beruflichen Eingliederung zu verbessern.

Durch das arbeitstechnische Unterrichtsangebot Holzwerken und Handwerkslernen wollen wir die sozialen und fachlichen Kompetenzen unserer Schüler schrittweise ausbauen und sie langsam darauf vorbereiten, diese in der Arbeitswelt zu erproben und auszuweiten.

Holzwerken

Das Lernfeld Holzwerken stellt einen exemplarischen Ausschnitt aus den handwerklichen Berufsbereichen dar, in denen Förderschülerinnen und Förderschüler gewisse Berufschancen und Arbeitsmöglichkeiten finden können. Es besitzt eine große lebenspraktische Bedeutung, da hier handwerkliche Basisqualifikationen erworben und vertieft werden können, die auf viele Berufsbereiche übertragbar sind. Eine handwerkliche und arbeitstechnische Grundbildung ist für die Schülerinnen und Schüler eine wichtige Voraussetzung, um den Anforderungen ihrer Lebens- und Arbeitswelt gerecht zu werden und ihren privaten Lebensalltag bewältigen zu können. Dabei handelt es sich um Fähigkeiten und Fertigkeiten, die es frühzeitig auszubauen gilt. Ebenso können die Bildungsinhalte auch eine Hilfe für die Berufswahl der Jugendlichen darstellen. Sie lernen hier exemplarisch Arbeitsinhalte und -methoden eines vielfältigen Berufsfeldes kennen, was zu einer bewussteren Berufswahlentscheidung beitragen kann.

Im Lernbereich Holzwerken werden die folgenden sozialen und fachlichen Kompetenzen entwickelt und gefördert:

1. soziale Kompetenzen:

  • Selbständigkeit und Selbstbewusstsein
  • realistische Selbsteinschätzung
  • Überwindung individueller Ängste vor Anforderungen
  • Erkennen von Problemsituationen
  • Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit
  • Ausdauer (Arbeiten über einen längeren definierten Zeitraum, Beendigung auch unbeliebter Arbeiten, Weiterarbeit auch bei äußeren Störungen)
  • Förderung der Kommunikations- und Teamfähigkeit (Hilfe angemessen einfordern, Mitschülern helfen)
  • Konflikt- und Kritikfähigkeit

2. Fachkompetenzen:

  • Vorschriften und Regeln zur Unfallverhütung kennen und anwenden
  • Sachgerechter Umgang mit einfachen Werkzeugen, Geräten und Vorrichtungen
  • Fachbegriffe kennen und anwenden
  • Werkzeug- und Maschinenpflege
  • Ordnung/Sauberkeit am Arbeitsplatz
  • Erlernen handwerklicher Grundfertigkeiten
  • Arbeitsanweisungen befolgen und umsetzen
  • Arbeitsabläufe nach Anweisung zunehmend selbstständig durchführen
  • Arbeitsgenauigkeit und Sorgfalt
  • zunehmende Einschätzung, Kontrolle und Bewertung eigener Arbeiten
  • (Überprüfung der Arbeitsqualität, Fehlerbehebung, Übernahme der Verantwortung für Erfolge und Misserfolge)
  • Bau- und Montageanleitungen nutzen, einfache ikonische und technische Zeichnungen verstehen
  • Einführung in das maßhaltige Arbeiten

Stand 02/2017

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